Teil 2 von 2
In Teil 1 haben wir die Erweiterungen von PAX v2.0 im Bereich der Umweltallergene vorgestellt. In diesem zweiten Teil konzentrieren wir uns auf die Futtermittelallergene – Getreide, Milchprodukte und Fleisch –, für die PAX v2.0 eine deutlich erweiterte molekulare Diagnostik bietet.
Warum Futtermittelallergene in einem Serum-IgE-Panel wichtig sind
Futtermittelüberempfindlichkeiten bei Hunden und Katzen äußern sich klinisch häufig durch Symptome, die denen einer umweltbedingten atopischen Dermatitis ähneln. Dazu zählen nicht saisonaler oder ganzjähriger Juckreiz, rezidivierende Otitiden sowie gastrointestinale Beschwerden.
Die Unterscheidung zwischen einer IgE-vermittelten Futtermittelüberempfindlichkeit und anderen immunologischen oder nicht immunologischen Mechanismen ist für die diagnostische Abklärung und die Planung einer Eliminationsdiät von großer Bedeutung. Die in PAX v2.0 neu aufgenommenen Komponenten repräsentieren Proteine, deren Relevanz für die IgE-Bindung bestätigt wurde. Sie wurden im Rahmen derselben AllerSIGHT-Studie mit mehr als 6.000 Proben identifiziert, die bereits in Teil 1 vorgestellt wurde.
Getreide und Samen
Mit Hor v 16 (Gerste, Hordeum vulgare) sowie Tri a 28 und Tri a 37 (Weizen, Triticum aestivum) wurde das Panel um weitere Getreideallergene ergänzt.
Weizen und Gerste sind häufige Bestandteile kommerzieller Futtermittel. Eine IgE-Sensibilisierung gegenüber Speicher- und Strukturproteinen dieser Getreidearten wurde bereits bei Hunden nachgewiesen. Die Analyse spezifischer molekularer Komponenten ermöglicht eine bessere Unterscheidung zwischen einer echten Sensibilisierung und Kreuzreaktionen. In Kombination mit der Ernährungsanamnese erleichtert dies die klinische Interpretation der Testergebnisse.
Milch und Eier
Neu hinzugekommen sind vier Komponenten der Kuhmilch: Bos d 9, Bos d 10, Bos d 11 und Bos d 12 (Bos domesticus). Dabei handelt es sich um Milchproteine beziehungsweise verwandte Proteine mit diagnostischer Relevanz.
Kuhmilchproteine finden sich in zahlreichen kommerziellen Futtermitteln – auch in einigen Rezepturen mit neuartigen Proteinquellen, die Milchbestandteile enthalten. Die molekulare Identifizierung der sensibilisierenden Molke- oder Kaseinfraktionen ermöglicht eine gezieltere Beurteilung und unterstützt fundierte Empfehlungen zur Futterumstellung.
Fleisch
Das Panel wurde um zwei Rindfleischkomponenten (Bos d_CA3 und Bos d_TPI1, Bos domesticus) sowie die Hühnerfleischkomponente Gal d_AK1 (Gallus domesticus) erweitert.
Rind- und Hühnerfleisch zählen nach wie vor zu den häufigsten Futtermittelallergenen bei Hunden. Bisher basierten serologische Untersuchungen jedoch überwiegend auf Rohextrakten, die eine erhöhte Anfälligkeit für Kreuzreaktionen aufweisen. Die neuen rekombinanten und nativen Komponenten verbessern die diagnostische Spezifität und helfen dabei, eine Primärsensibilisierung von Kreuzreaktionen zu unterscheiden – beispielsweise zwischen Kuhmilch- und Rindfleischproteinen. Diese Differenzierung kann insbesondere bei der Auswahl hydrolysierter oder neuartiger Proteindiäten von klinischer Bedeutung sein.
Das Gesamtbild
PAX v2.0 ersetzt nicht das bewährte PAX-Panel – es entwickelt es konsequent weiter. Die wissenschaftliche Evidenz ist gewachsen, die molekulare Allergiediagnostik hat sich weiterentwickelt und das Testpanel bildet diesen Fortschritt nun ab.
Für Tierärztinnen und Tierärzte, die Patienten mit komplexen, multifaktoriellen allergischen Erkrankungen betreuen, bietet der erweiterte Bereich der Futtermittelallergene ein noch umfassenderes diagnostisches Bild – ohne zusätzliche Testschritte. Alle Ergebnisse werden weiterhin in einem Testpanel, aus einer Probe und in einem übersichtlichen Befundbericht zusammengefasst.
PAX 2.0 ist ab dem 1. August 2026 verfügbar. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Nextmune-Ansprechpartner.