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18 Juni 2026

Hausstaubmilbe: Nicht nur ein Problem in Innenräumen

Nextmune
Eine Illustration, die zeigt, dass Hausstaubmilben sowohl im Freien als auch in Innenräumen weit verbreitet sind

Neue Erkenntnisse zu Verbreitung, Exposition und der Bedeutung des Zeitpunkts der Untersuchung

Zwei aktuelle Studien werfen ein neues Licht auf Hausstaubmilben (HDM): Die erste zeigt, dass HDM-DNA weltweit in der Außenluft nachweisbar ist – auch in gemäßigten Klimazonen. Die zweite, die auf PAX-Testergebnissen von über 5.000 Hunden in ganz Skandinavien basiert, zeigt, dass die Jahreszeit der Blutentnahme die Ergebnisse des sIgE-Tests signifikant beeinflusst. Zusammen bieten diese Erkenntnisse einen direkten praktischen Nutzen für die Diagnose und das Management der allergenspezifischen Immuntherapie.

ARTIKEL 1 – HDM-DNA weltweit in der Außenluft nachgewiesen

Was wurde untersucht?

Forscher der Nanyang Technological University in Singapur analysierten 1.171 Luftproben aus 33 Ländern auf das Vorhandensein von Hausstaubmilben-DNA. Darüber hinaus wurden Luftproben sowohl in Innenräumen (n=161) als auch im Freien (n=156) in 156 Haushalten in ganz Singapur entnommen. Die Methode – metagenomische Sequenzierung von Bioaerosolen mit extrem geringer Biomasse – ermöglicht den direkten Nachweis von Milben-DNA in der Luft, ohne auf herkömmliche Staubproben zurückgreifen zu müssen.


Wichtigste Ergebnisse

Dermatophagoides pteronyssinus (Der p) erwies sich als die am häufigsten vorkommende Hausstaubmilbenart in der Außenluft: Sie wurde in 208 der 1.171 weltweiten Proben nachgewiesen. Die Prävalenz stieg in Richtung Äquator an – in Singapur waren 43 % der Außenluftproben positiv, verglichen mit 25 % in Malaysia und 20 % in Brasilien. Hausstaubmilben wurden auch in gemäßigten Klimazonen gefunden: 13 % der Proben aus Deutschland und 33 % aus Frankreich waren positiv.

Bemerkenswert ist, dass in gemäßigten Klimazonen die HDM-Prävalenz im Winter höher war als im Sommer (20,7 % gegenüber 9,8 %). In Singapur wurde Der p in 58,4 % der Innenraumproben und in 21,2 % der Außenluftproben nachgewiesen – bei vergleichbaren medianen DNA-Read-Zahlen, was auf potenzielle Reservoirs im Außenbereich hindeutet, die über eine einfache Resuspension aus dem Wohnbereich hinausgehen.

Wichtige Erkenntnis

Die HDM-Exposition beschränkt sich nicht auf den Innenbereich. Tiere – und Menschen – können im Freien mit allergenhaltigem Milbenmaterial in Kontakt kommen, auch in Europa.

 

Relevanz für die klinische Praxis

Dies hat direkte Auswirkungen auf die Beratung von Tierhaltern zum Allergenmanagement: Selbst bei gründlicher Reinigung der Innenräume und Maßnahmen zur Reduzierung von Hausstaubmilben können Haustiere im Freien weiterhin HDM-Allergenen ausgesetzt sein. Dies könnte eine anhaltende Sensibilisierung trotz angemessener Maßnahmen in Innenräumen erklären und unterstreicht einmal mehr den Wert einer allergenspezifischen Immuntherapie.

 


 

ARTIKEL 2 — Saisonale Einflüsse auf sIgE-Tests bei Hunden

Was wurde untersucht?

In einer retrospektiven Studie analysierten Börjesson, Streets und Olivry (Nextmune) die PAX-Testergebnisse von 5.014 Hunden in Dänemark, Norwegen und Schweden über ein ganzes Jahr hinweg (März 2023 – Februar 2024). Für 17 Allergene – darunter Hausstaubmilben (Der p, Der f), Lagermilben (Aca s, Tyr p) sowie Baum-, Gras- und Unkrautpollen – wurden sowohl die mittleren sIgE-Werte als auch die Seropositivitätsraten über die Jahreszeiten hinweg verglichen.

 

Wichtigste Ergebnisse

Die mittleren sIgE-Werte zeigten statistisch signifikante saisonale Unterschiede, doch war das Ausmaß der Schwankungen gering. Die Seropositivitätsraten zeigten deutlichere Muster:

  • Herbst/Winter
    Höhere Seropositivität für Hausstaubmilben (insbesondere Der f). Die vermehrte Zeit, die in Innenräumen verbracht wird, verstärkt wahrscheinlich die Exposition gegenüber HDM-Fäkalallergenen.

  • Frühling/Sommer
    Höhere Seropositivität für Baum- und Unkrautpollen. Auch Lagermilben (Aca s, Tyr p 2) erreichen in diesem Zeitraum ihren Höhepunkt.

  • Bemerkenswert
    Bei Graspollen zeigte sich keine signifikante saisonale Schwankung der Seropositivität – möglicherweise aufgrund einer ganzjährigen Exposition durch Pollen auf dem Fell oder dem Boden.

 

Auswirkungen auf den Zeitpunkt der Untersuchung und die Interpretation

Die Studie bestätigt, dass der Zeitpunkt der Blutentnahme die Ergebnisse der sIgE-Serologie beeinflusst. Bei Hausstaubmilben bietet eine Probenentnahme im Herbst oder Winter die höchste Wahrscheinlichkeit für einen Nachweis. Testergebnisse, die außerhalb der Hochsaison erzielt werden, können trotz klinischer Symptome falsch negativ ausfallen – und umgekehrt.

Die Autoren empfehlen, den Zeitpunkt der Probenentnahme sowohl bei der Anforderung als auch bei der Interpretation der sIgE-Serologie zu berücksichtigen und die Blutentnahme idealerweise dann durchzuführen, wenn die Exposition gegenüber den vermuteten Allergenen am höchsten ist. Wiederholte Längsschnittuntersuchungen desselben Patienten können die diagnostische Zuverlässigkeit weiter verbessern.

 

Was bedeutet das für Ihre Praxis?

Zusammen liefern die beiden Studien drei praktische Erkenntnisse für die Diagnose und das Management allergischer Hunde:

  1. Eine Exposition gegenüber Hausstaubmilben kann im Freien stattfinden. Die Beratung der Besitzer zum Allergenmanagement sollte sich nicht auf die Innenräume beschränken.

  2. Bei einer Hausstaubmilben-Sensibilisierung bietet eine Probenentnahme im Herbst oder Winter die höchste Chance auf ein positives Ergebnis bei einem tatsächlich sensibilisierten Hund.

  3. Ein negatives HDM-Ergebnis außerhalb der Hochsaison schließt eine Sensibilisierung nicht aus. Erwägen Sie eine erneute Untersuchung oder setzen Sie diese in Zusammenhang mit dem klinischen Bild.

 

Referenzen

  1. Gusareva et al. Dermatophagoides pteronyssinus in Bioaerosolen der Umgebungsluft. J Allergy Clin Immunol Glob. 2026;5:100667.

  2. Börjesson T, Streets J, Olivry T. Saisonalität der allergenspezifischen IgE-Spiegel im Serum bei skandinavischen Hunden mit Verdacht auf Allergie. Vet Sci. 2026;13:522.

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